Der Ryder Cup 2018 findet in Frankreich im Le Golf National in der nähe von Paris statt. Dies gab die Ryder Cup Europe LLP in London bekannt. Damit findet der größte Kontinentalvergleich der Golfer nach 1997 wieder auf dem europäischen Festland statt. Damals war Spanien mit Valderrama der Austragungsort. Die Franzosen setzten sich in der Ausscheidung gegen Deutschland, Spanien und Portugal, Niederlande, denen aber sowieso nur Außenseiterchancen eingeräumt wurden durch. Frankreich war Favorit, neben der Deutschen und Spanischen Bewerbung. Der Ryder Cup ist mit über 600 Millionen Fernsehzuschauer eines der größten Sportereignisse Weltweit. Leider ist es den Verantwortlichen in Deutschland nicht gelungen eine günstige Konstellation zu nutzen. Deutschland stellte im Frühjahr mit Martin Kaymer die Nummer eins der Welt und mit Bernhard Langer einen der erfolgreichsten Ryder Cup Spieler und auch erfolgreichen Ryder Cup Captain. Desweiteren hat Deutschland einen exzellenten Ruf als Ausrichter sportlicher Großveranstaltungen. Und spätestens nach der Fußball-WM weiß die Welt, dass die Deutschen nicht nur gut in der Organisation sind, sondern auch den Sport auch feiern können. Der Hauptgrund für das scheitern dürfte in dem fehlenden Rückhalt in der Politik zu suchen sein. Eine unabdingbare Voraussetzung für die Bewerbung war eine 18 Millionen Euro Bürgschaft. Die zugesagte Unterstützung von 9 Millionen Euro der Bayerischen Staatsregierung wurde zurückgezogen, nachdem die Bundesregierung von dem Projekt Abstand nahm. Es fiel der Regierung offensichtlich schwer in Zeiten leerer Kassen eine 9 Millionen Bürgschaft, der Öffentlichkeit zu erklären. Somit konnte nur die Hälfte der geforderten Bürgschaft von 9 Millionen Euro von der Vereinigung Clubfreier Golfer aufgebracht werden. Auch konnte keine Befreiung von der Quellensteuer erreicht werden, wie es bei anderen Großveranstaltungen üblich ist. Frankreichs Präsident Sarkozy stand von Anfang an mit vollem Engagement hinter der Bewerbung. Es ist außerdem nicht gelungen mit der Bewerbungskampagne eine Golfbegeisterung in der nichtgolfenden Bevölkerung zu wecken, was mit Sicherheit auch an der so gut wie nicht vorhandenen Präsenz des Golfsports im öffentlichen Fernsehen zu tun hat. Die Schar der aktiven Spieler war mit überwältigender Mehrheit für den Cup. Vielleicht hätte man Leute wie Franz Beckenbauer, Uli Hoeness oder Oliver Kahn stärker in die Bewerbung mit einbinden sollen, um auch etwas den elitären Ruf loszuwerden. Und zu guter letzt geht es wie bei jeder Großsportveranstaltung ums Geld. Und da hatten die Franzosen durch das starke Engagement durch die Staatsregierung mit guten Verbindungen zu potentiellen Sponsoren einfach die Nase vorn. Somit bleibt uns leider nichts anderes übrig, als den Franzosen als fairer Verlierer zu gratulieren und uns auf einen spannenden und stimmungsvollen, ähnlich wie 2010 in Wales, Kontinentalvergleich zu freuen. Sie werden sicherlich auch ein tolles Event veranstalten.



